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Die Wahrnehmung von TierärztInnen und TierbesitzerInnen im Hinblick auf AMR

25 January 2021 – News

Antimikrobielle Resistenz (AMR) ist ein zunehmendes Problem, das Jahrzehnte des medizinischen Fortschritts zunichte zu machen droht. Resistente Organismen werden mit schwereren Krankheiten in Verbindung gebracht, die längere Krankenhausaufenthalte und höhere Gesundheitskosten erfordern.
Tierärztliche Versorgung macht einen Teil dieses Problems aus. Tiere können potenziell als Reservoir für resistente Organismen fungieren, und die enge Beziehung zwischen Mensch und Haustier kann für eine leichtere Übertragung entscheidend sein. Um das Verhalten von Heimtierbesitzern und Tierärzten hin zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Antibiotika besser zu verstehen, wurde die hier beschriebene Forschungsarbeit durchgeführt.
Diese Studie fand im Vereinigten Königreich statt und stützte sich auf Interviews mit 21 Haustierbesitzern und 16 Tierärzten. Die Tierärzte haben berichtet, dass sie entsprechend ihrer Wahrnehmung der Ängste und Erwartungen der Haustierbesitzer verschreiben. Sie gaben zu, dass sie den Eindruck hatten, dass die Kunden Verschreibungen als messbare und sichtbare Maßnahme für die Gesundheit von Haustieren ansehen, während das Fehlen einer Empfehlung von Antibiotika bedeutete, dass nichts getan wurde, um dem Haustier zu helfen. Auch die Berufserfahrung scheint eine wichtige Rolle bei der Entscheidung über die angemessene Vorgehensweise zu spielen: Jüngere Tierärzte lassen sich leichter von Kunden oder älteren Kollegen unter Druck setzen.
Die Tierärzte vertraten die Ansicht, dass die meisten Heimtierbesitzer zwar Grundkenntnisse über die Anwendung von Antibiotika hatten, insbesondere über die negativen Auswirkungen in Bezug auf künftige Behandlungsergebnisse, aber fast keine Kenntnisse über die Vorgänge der AMR und interspezifische Auswirkungen.
Die Besitzer bestritten die Auffassung, dass sie unzufrieden wären, wenn ihren Haustieren keine Antibiotika verschrieben würden. Die Mehrheit gab an, dass sie den Anweisungen der Tierärzte folgen würden, da sie diese als Experten mit Fachkenntnissen betrachten. Auf die Frage nach Antibiotikaresistenz antworteten die meisten Befragten, dass sie sich dieses Problems nicht bewusst seien, da sie es als weit entfernt empfanden. Nur eine Minderheit bestätigte, dass sie wusste, dass eine Übertragung zwischen Spezies möglich ist.
Das mangelnde Bewusstsein für AMR bei Haustieren ist real und eine globale Herausforderung. Abgesehen von den beschriebenen Einschränkungen dieser Untersuchung hat sie gezeigt, dass eine verstärkte Regulierung der Verschreibung von Antibiotika in der Tiergesundheit von Nutzen sein wird und dass sowohl Tierärzte als auch Besitzer eine entscheidende Rolle in diesem Kampf spielen.

Smith, M. et al. (2018). Pet owner and vet interactions: exploring the drivers of AMR. Veterinary Research, 7:46. https://doi.org/10.1186/s13756-018-0341-1