Gentests in der veterinärmedizinischen Dermatologie

1 July 2019 – News

Sowohl genetische als auch Umweltfaktoren beeinflussen eine Vielzahl der dermatologischen Probleme, zum Beispiel Erkrankungen wie die atopische Dermatitis. Eine Aufstellung der aktuellen Literatur fasst die derzeit verfügbare genetische Test auf Hautkrankheiten von Hunden, Katzen und Pferden zusammen – was besonders hilfreich ist, wenn keine spezifischen klinischen Anzeichen bzw. Symptome vorliegen. Genetische Varianten für dermatologische Merkmale jeder Tierart sind in Tabellen dargestellt.

Obwohl schon einige Assoziationen zwischen Genodermatosen und bestimmten Varianten bei Haustieren vorhanden sind, wird eine verbesserte Kartierung von Genen zu einer signifikanten Zunahme der Bekanntheit solcher Zusammenhänge führen.

Gentests stellen eine gute Alternative zu invasiven Verfahren dar, wenn eine genauere Diagnose angestrebt wird. Denken Sie daran, dass die derzeit angebotenen Gentests nur eine Position im Genom abfragen, sodass positive Ergebnisse eine Diagnose bedeuten können, negative Ergebnisse aber nur einen bestimmten genetischen Defekt ausschließen. Genetische Test müssen immer mit Vorsicht interpretiert werden: es sollte immer die Rasse, für welchen der jeweilige Test validiert wurde, berücksichtigt werden.

Die Prozedere in der veterinärmedizinischen Praxis werden definitiv dieser Entwicklung der Genforschung folgen. Dennoch wird es sicherlich noch weitere Hindernisse geben, welche die Umsetzung als routiniertes Diagnosemittel in der alltäglichen Praxis verzögern.

Leeb, T; Muller, E.; Roosje P.; Welle, M. Genetic testing in veterinary dermatology. Vet Dermatol2016. DOI: 10.1111/vde.12309