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Umgang mit der Katzenkratzkrankheit

23 November 2020 – News

Trotz vielfältiger Fortschritte in der Erforschung der Katzenkratzkrankheit (KKK) ist relativ wenig über die klinischen Praktiken zur Diagnose, Behandlung und Prävention dieser Zoonose bekannt.
Der wichtigste ätiologische Erreger dieser bakteriellen Infektion ist Bartonella henselae, aber es wurden auch andere Arten derselben Gattung erkannt. Diese Bakterien werden durch Flöhe auf Katzen übertragen, die sie dann wiederum durch Kratzer oder Bisse auf den Menschen übertragen.
Hier stellen wir eine in den USA durchgeführte Studie vor, die zum Ziel hatte, die nationalen Muster der von Klinikern diagnostizierten KKK zu beschreiben und das Wissen der Fachleute über klinische Leitlinien zu bewerten. In den Jahren 2014 und 2015 wurde eine nationale Umfrage mit einigen Fragen zu dieser Erkrankung durchgeführt, wobei die Antworten von mehr als 3.000 medizinischen Erstversorgern berücksichtigt wurden.
Die Anzahl der Diagnosen unterschied sich je nach Region und korrelierte weitgehend mit früheren Studien zur Zoonose-Epidemiologie der KKK. Bei der Beantwortung der Frage nach einer unkomplizierten Behandlung der KKK wählte die Mehrheit (71,4 %) Antibiotika, 13,4 % wählten die Aspiration von Lymphknoten und die übrigen Befragten die Option Analgetika und Überwachung. Diese Ergebnisse verdeutlichen die mangelnde Übereinstimmung zwischen dem gewählten Ansatz und den Leitlinien für diese Krankheit. Tatsächlich werden Antibiotika bei immunkompetenten Personen mit unkomplizierter KKK tendenziell nicht empfohlen, da sie die Antibiotikaresistenz ohne nachgewiesenen Nutzen erhöhen können. Die Aspiration von Lymphknoten kann zu einer Infektion und Fistelbildung führen, sodass sie nur in Fällen von Eiterknoten (zur Symptomlinderung) oder bei Ungewissheiten hinsichtlich der Diagnose in Frage kommen sollte.
Es wurden auch Unterschiede zwischen den Fachgebieten festgestellt: Hausärzte verschrieben eher Antibiotika, Internisten würden vorzugsweise Aspirationen vornehmen und Kinderärzte waren eher geneigt, sich für Analgetika zu entscheiden.
Diese Untersuchung, die im vollständigen Artikel ausführlich beschrieben wird, betont die Notwendigkeit von Aufklärung und verstärkten Ressourcen zur Verbreitung der aktuellen Leitlinien unter Hausärzten, da auf diese Weise die Verschreibung von nicht empfohlenen Behandlungen vermieden werden könnte.

Nelson CA, Moore AR, Perea AE, Mead PS. Cat scratch disease: U.S. Clinicians’ experience and knowledge. Zoonoses Public Health. 2017;1–7.DOI: 10.1111/zph.12368