Wirbellose Tiere als Patienten

29 July 2019 – News

Bei einigen Personen rufen sie Angst und Ekel hervor, bei anderen werden Wirbellose als Haustiere immer beliebter. Genauso sollte das allgemeine Wissen über diese Tiere, deren Verhaltensweisen, Erkrankungen und Behandlungen unter den TierärztInnen und auch den HalterInnen dieser quirligen Arten verbreitet und verbessert werden.

Dieser Artikel beleuchtet die Behandlung des Exoskeletts bei Traumata und die grundlegenden Erste-Hilfe-Verfahren, die die Tiere in Notsituationen retten können. In diesem Paper finden Sie außerdem Informationen zu häufig vorkommenden Erkrankungen und einige grundlegende Behandlungsverfahren, wie die Flüssigkeitstherapie, Analgesie und Anästhesie dieser speziellen Patienten.

Wenn ein solches Tier in der Praxis ankommt, sollten sich die behandelnden TierärztInnen klar sein, ob es sich um eine Spezies handelt, welche als gifitg und/oder gefährlich gilt. Das Tier sollte dann stabilisiert werden und eine komplette Anamnese (Haltungsdetails nicht vergessen) sollte erhoben werden. Aktive Blutungen müssen sofort kontrolliert und gestillt werden, ob das Tier dazu bei Bewusstsein oder anästhesiert werden sollte, hängt davon ab ob es gefährlich ist oder nicht.

Bei leicht dehydrierten Spinnen genügt oft eine flache Wasserschale, um das Flüssigkeitsdefizit innerhalb weniger Stunden auszugleichen. In schweren Fällen ist eine intrakardiale Verabreichung oder eine Verabreichung von Flüssigkeiten in das Coelom (sekundäre Leibeshöhle) notwendig. Es sollte kein Leitungswasser verwendet werden, entchloriertes Wasser, Wasser aus Umkehrosmoseanlagen oder destilliertes Wasser stellen bei Wirbellosen die besseren Möglichkeiten dar.

Da alle Wirbellose ein offenes Kreislaufsystem haben, führen auch kleine Defekte oft zu Notfallsituationen. Deshalb sollten (wie in diesem Dokument beschrieben) einige grundlegende Verfahren erlernt werden, welche mit alltäglichen Materialien durchgeführt werden können. Dann sollte auf jeden Fall ein/e Tierarzt/ärztin aufgesucht werden, wobei jene/r sich mit den Besonderheiten dieser speziellen Patientengruppe gut auskennen sollte.

Pellett, S.; O’Brien M. Exoskeleton repair in invertebrates. Vet Clin Exot Anim 22 (2019) 315–330. https://doi.org/10.1016/j.cvex.2019.01.008.