Die Zukunft der caninen Glaukomtherpaie

9 September 2019 – News

Ein Glaukom ist die Hauptursache für eine Erblindung bei Hunden und kann entweder primärer oder sekundärer Natur sein. Der unkontrollierbar erhöhte Augeninnendruck und die extremen Schmerzen, welche oft mit diesem Zustand in Verbindung stehen, rechtfertigen in der Regel die Enukleation.

Dieser frei zugängliche Artikel fasst alle Empfehlungen zusammen, welche sich aus den Treffen der ACVO-Diplomates ergeben haben, um das Management des caninen Glaukoms zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt hier insbesondere auf den chirurgischen Behandlungswegen. Den Krankheitsverlauf wirklich zu verstehen, zu wissen wie die Krankheit frühzeitig diagnostiziert und eingestuft werden kann, die Optimierung der IOP-senkenden medizinischen Therapie und die Etablierung neuer chirurgischer Techniken und Therapien sind die Grundlage, auf welche sich die Veterinämedizin verlassen sollte, um sich weiterzuentwickeln.

Solange wir den Verlauf und die Mechanismen dieser Krankheit verstehen, werden wir in der Lage sein, den Krankheitsbeginn und Stadien der Erkrankung vor Ausbruch der Symptome vorherzusagen, insbesondere beim primären Engwinkelglaukom. Technische Weiterentwicklungen, wie z.B. Anwendungen für das Smartphone oder benutzerfreundliche Tonometrie zu Hause, können wertvolle Verbesserungen zur Überwachung und Monitoring der Erkrankung bedeuten.

Die Chirurgie ist oftmals den Glaukommedikamenten vorzuziehen, da es bei Hunden inter-individuelle Unterschiede in der Reaktion auf eben diese Medikamente gibt und die meisten von ihnen für die Humanmedizin entwickelt wurden. Jedoch werden mechanisch basierte Therapien entwickelt und könnten in der Behandlung des Glaukoms noch effektiver sein.

Die am häufigsten verwendeten chrirugischen Methoden für das canine Glaukom sind die Platzierung von Drainageimplantanten, um den Humor aequosus zu äquatorialen, blasenbildenen Reservoirs abzuleiten und/oder cyclodestruktive Techniken, um die Bildung des Humor aequosus zu reduzieren. Es werden neue Studien durchgeführt, um neue chirurgische Techniken und Ansätze zur Behandlung des Glaukoms zu entwickeln: nicht nur die Verwendung des Mikropulslasers bei der transskleralen Cyclophotokoagulation von Hunden wird evaluiert, sondern es könnten auch minimalinvasive Operationen (mit oder ohne nanotechnologischen Implantaten) der neue Trend werden.

Komáromy A et al. The future of canine glaucoma therapy. Veterinary Ophthalmology. May 2019; https://doi.org/10.1111/vop.12678