Ein Fall einer intraokulären Infektion mit Setaria equina bei einem Pferd

23 September 2019 – News

Parasiten der Art Setaria equina sind weltweit verbreitet und in in vielen Ländern vertreten. Bisher wurden die Parasiten in der Peritonealhöhle von Huftieren und einigen anderen Säugetieren gefunden. Ihr Lebenszyklus ist typisch für Würmer der Gattung Filaroidea, sodass sie von der saisonalen Aktivität ihrer Vektoren, den Mücken, abhängig sind.

Diese Art von Nematoden verursacht selten intraokuläre Infektionen bei Pferden und Eseln. Dies ist die erste dokumentierte Fallbeschreibung in Europa von subkonjunktivaler aberranter Migration bei einem Pferd.

Ein 18 Monate altes arabisch-englisches Stutfohlen wurde mit einer rosa, derben, aber beweglichen Masse in der Bindehaut des rechten Auges vorgestellt. Eine vollständige tierärztliche Untersuchung wurde durchgeführt. Es gab an beiden Augen keine pathologischen Auffälligkeiten und Beschwerden, keine Veränderung der Reaktionen und Reflexe. Die Färbung mit Fluorescin war negativ und es wurden keine anderen allgemeinen Anomalien festgestellt.

Da die vorherige Applikation einer kortikosteroid-antibiotischen Augensalbe, verabreicht zwei Mal pro Tag, zu keiner Verbesserung führte, wurde das Pferd in eine Klinik überwiesen, um die Masse zu entfernen und untersuchen zu lassen. Die Feinnadel-Aspiration zeigte eine gemischte, eosinophile lymphozyten assoziierte Entzündung. Die Histologie zeigte nicht nur ein diffuses eosinophiles lymphozytäres Infiltrat, sondern auch zahlreiche Abschnitte des Nematoden. Eine PCR-Amplifikation und Sequenzierung zeigten einen hohen Anteil an Homologien mit Setaria equina und diese Diagnosetechnik wurde etabliert.

Achtzehn Monate nach dem chirurgischen Eingriff gab es keine Anzeichen für ein Wiederauftreten oder einer intraokulären Beeinträchtigung. Die Autoren verordneten keine weitere spezielle Behandlung, da in frischen Blutausstrichen keine weiteren Mikrofilarien entdeckt wurden.

Trotz seiner Seltenheit sollte diese Erkrankung bei nodulären Veränderungen im subkonjunktivalen Bereich differentialdiagnostisch in Betracht gezogen werden.