One-Health-Ansatz zur Kontrolle der Tollwut

2 November 2020 – News

Tollwut wird mit etwa 55.000 menschlichen Todesfällen im Jahr in Verbindung gebracht. Die zwischenmenschlichen Übertragungsvektoren können weltweit variieren, wobei die Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen am stärksten betroffen sind. Diese Übersicht konzentriert sich auf die nepalesische Realität und unterstreicht die Bedeutung eines One-Health-Ansatzes zur weltweiten wirksamen Kontrolle dieser tödlichen Krankheit.
In Nepal, wo diese zoonotische Krankheit endemisch und mäßig verbreitet ist, werden die meisten Fälle mit Hundebissen in Verbindung gebracht und nur 4 % mit Interaktionen mit anderen Tieren. Massenimpfaktionen und ein Populationsmanagement von Hunden und Katzen wurden umgesetzt, und seit Anfang der 2000er Jahre wurden Hundebisse mit Prophylaxe- und Aufklärungsprogrammen nach der Exposition bekämpft. Nichtsdestotrotz sind die Tollwutfälle nicht wie erwartet zurückgegangen, und Nepal strebt nach wie vor an, bis 2030 keine menschlichen Todesfälle mehr zu haben.
Eine mögliche Erklärung für dieses Scheitern ist die mangelnde Kommunikation zwischen den Akteuren (Sektoren Human-, Tier- und Umweltgesundheit). Daher verfolgt das Land seit Januar 2020 in allen relevanten Bereichen, einschließlich Zoonosen und Antibiotikaresistenz, den „One-Health-Ansatz“. Diese Strategie hatte bereits positive Ergebnisse bei der Tollwutkontrolle in Ländern wie Bhutan, Bangladesch und Sri Lanka gezeigt. Für Nepal werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen und im vollständigen Artikel ausführlich beschrieben:
• Systematische Datenerhebung und -zusammenstellung
• Koordination und Datenaustausch zwischen den Sektoren Tier-, Human- und Umweltgesundheit
• Effiziente und wirksame Überwachung
• Angemessenheit und Verfügbarkeit von Postexpositionsprophylaxe (PEP)
• Verstärkung der Durchimpfung
• Erhöhung der Wirksamkeit des Impfstoffs
• Sensibilisierung
• Stärkung der Laborkapazitäten
• Forschungstätigkeiten

Dieser Beitrag enthält auch Grafiken und Schemata, die die Ausbrüche in Nepal zusammenfassen und erklären, wie Programme zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit dazu beitragen können, Tollwut bei Menschen (und Tieren) vorzubeugen.
Es wird immer deutlicher, dass ein sektorübergreifender One-Health-Ansatz eine überzeugende Strategie zur Bewältigung der Tollwut in Ländern ist, in denen diese Krankheit endemisch ist. Wieder einmal kommt Tierärzten eine grundlegende Rolle zu.

K.P. Acharya, N. Acharya, S. Phuyal, et al. One-health approach: A best possible way to control rabies. One Health (2020). https://doi.org/10.1016/j.onehlt.2020.100161