Paroxysmale Dyskinesie

27 April 2020 – News

Von einer episodischen Muskelhypertonie bei Norwich Terriern (NT) wurde erstmals 1984 berichtet. Seitdem wurde nur wenig getan, um diese Erkrankung besser zu verstehen. Paroxysmale Dyskinesie (PxD) kann geerbt oder erworben werden und primär oder sekundär zu anderen Funktionsstörungen führen. Bei Hunden haben die primären PxDs bei verschiedenen Rassen zugenommen und sind durch episodische Hyperkinesie gekennzeichnet, die Körperhaltung und Fortbewegung ohne Bewusstseinsverlust beeinträchtigt.

Diese Untersuchung zielte darauf ab, diese Erkrankung bei NTs unter Berücksichtigung von Phänomen, klinischem Verlauf, Familienanamnese und Prävalenz in Großbritannien besser zu beschreiben. Zu diesem Zweck wurden 198 Fragebögen ausgewertet, und nach Durchsicht der tierärztlichen Krankenakten, Interpretation verfügbarer Videos und Telefongesprächen mit einigen Besitzern wurde bei 26 NTs eine paroxysmale Dyskinesie festgestellt.

In allen 26 Fällen waren die Norwich Terrier zwischen den einzelnen Episoden neurologisch normal und es wurden keine signifikanten Abweichungen in den serumbiochemischen oder hämatologischen Werten festgestellt. Abgesehen davon, dass der Grad des Bewusstseins und der Wahrnehmung während der beobachteten Vorfälle normal blieb, hat fast die Hälfte der Besitzer auch die Theorie aufgestellt, dass der Hund die Episode vorhersehen könne, da er den Besitzer vor dem Ereignis suchen würde.

Alle Episoden waren selbstlimitierend und gingen nicht über dreißig Minuten hinaus. In den meisten Fällen waren die Hunde nicht in der Lage, aufzustehen. Es wurden auch einige Auslöser beschrieben, wobei Aufregung und Stress die häufigsten waren. In einigen Fällen waren Ernährungsumstellungen erfolgreich.

Die paroxysmale Dyskinesie bei Norwich Terriern scheint der paroxysmalen nichtkinesiogenen Dyskinesie beim Menschen ähnlich zu sein, vor allem in Anbetracht der am häufigsten beschriebenen Auslöser. Die Untersuchung der genetischen Komponenten dieser Erkrankung wäre wirklich relevant, um die Ausbreitung dieser Störung einzuschränken. Darüber hinaus ist diese Studie ein wichtiges Instrument, um betroffene und nicht betroffene Hunde besser zu klassifizieren.

 

Del Risio L. et al. Paroxysmal Dyskinesia in Norwich Terrier Dogs. Wiley InterScience, May 2016. DOI: 10.1002/mdc3.12334