Rohfutter und Tuberkulose bei Katzen

25 November 2019 – News

Tuberkulose bei Katzen wird im Allgemeinen mit dem Lebensstil und dem Jagdverhalten im Freien in Verbindung gebracht, aber einige Fälle in Großbritannien zeigen, dass noch mehr dahintersteckt.

Dieser Artikel beschreibt die klinischen Fälle von 13 Hauskatzen mit Anzeichen einer Infektion mit dem Mycobacterium bovis (bestätigt mittels PCR oder Interferon-Gamma-Freisetzungstest). Alle waren ausschließlich Wohnungskatzen und wurden mit einem kommerziellen Rohfutter gefüttert. Es gab keinen Kontakt mit Wildtieren, Zugang zu Rohmilch, Nagetiere in den Gebäuden oder Berührung mit infizierten Menschen, sodass andere mögliche Expositionsbedingungen ausgeschlossen waren.

Abgesehen von den verschiedenen Positionen einzelner VeterinärmedizinerInnen herrscht Einigkeit darüber, dass das Risiko der Entwicklung von Infektionskrankheiten sowohl bei Haustieren, als auch bei Besitzern, die Rohfleisch basiertes Futter verzehren oder bearbeiten, steigt. Darüber hinaus haben einige Studien gezeigt, dass Salmonellen, Listeria monocytogenes, Campylobacter-Arten und andere Mikroorganismen ebenfalls in dieser Art von Produkten vorkommen können.

Es wird empfohlen, Oberflächenutensilien und Tierfutterschalen mit Seife und heißem Wasser zu reinigen, aber es könnte schwierig sein, die benötigte Temperatur und Bedingungen, um M. bovis zu inaktivieren, in Verhältnissen eines Haushalts zu erreichen. Außerdem ist es wichtig zu beachten, dass dieser Erreger in stehendem Wasser mindestens 60 Tage lang überleben kann.

Dieser Artikel ermittelte eine Sterblichkeitsrate von 83 %, und im Zeitraum zwischen Einreichung und Veröffentlichung (etwa 5 Monate) wurden fast hundert Fälle bei Hauskatzen gemeldet. Weitere Untersuchungen werden durchgeführt und es werden weitere Entwicklungen in diesem Bereich erwartet.

O’Halloran C. et al. Tuberculosis due to Mycobacterium bovis in pet cats associated with feeding a commercial raw food diet. Journal of Feline Medicine and Surgery (2019) 21, 1–15. DOI: 10.1177/1098612X19848455journals.sagepub.com/home/jfm