Wie können Pestizide Honigbienen beeinträchtigen?

14 September 2020 – News

Pestizide werden weltweit in der Landwirtschaft wegen ihrer Schädlingsbekämpfungswirksamkeit eingesetzt, sie können jedoch durch direkten topischen Kontakt oder durch sekundäre Exposition über den Verzehr von kontaminiertem Pollen, Nektar oder Wasser unbeabsichtigt Honigbienen beeinträchtigen. Die Exposition gegenüber diesen Produkten ist neben Krankheitserregern und Lebensraumverlust einer der am häufigsten genannten Faktoren, wenn es um den gegenwärtigen Rückgang der Honigbienenpopulationen geht.

Die Bewertung des Risikos für die Bienen basiert auf der Inzidenz der Exposition und der Toxizität der verwendeten Pestizide. In dieser Studie wollten die Forscher die Beziehung zwischen der Exposition gegenüber subletalen Pestizid-Konzentrationen und der Toxizität für Honigbienen und ihrer Bewirtschaftung finden. Zu Beginn analysierten sie in verschiedenen Quellen veröffentlichte Literatur, um einen Metadatensatz der pestizidspezifischen LD50 für Honigbienen zu sammeln.

Die schädigenden Auswirkungen der subletalen Pestizidexposition, nicht nur auf die Fortpflanzung, sondern auch auf die Immunität, Physiologie und Kognition, werden in dieser Arbeit immer wieder betont. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass diese Art der Exposition weitgehend immunsuppressiv ist, was zu Veränderungen der Reaktion auf Bewegung und Flug führt und mit einer erhöhten Konzentration von Krankheitserregern in Verbindung gebracht wird.

Zweifellos haben Pestizide schädliche Auswirkungen auf Honigbienen, aber sie vollständig aus den landwirtschaftlichen Tätigkeiten zu entfernen, ist derzeit keine Option. Eine Alternative könnte die Supplementierung von Milchsäurebakterien (LAB) sein. Die gebräuchlichste Strategie ist ihre Zugabe zu Siruplösungen auf Saccharosebasis, aber im vollständigen Artikel werden andere Optionen beschrieben und verglichen. Einige frühere Studien haben den Erfolg der LAB-Supplementierung bei der Reduzierung der Pestizidabsorption nachgewiesen und gezeigt, dass sie eine schützende Wirkung auf den Wirt haben (einige können Krankheitserreger direkt hemmen).

Über die subletalen Wirkungen von Neonikotinoiden gibt es umfassende Kenntnisse, aber über andere Klassen, insbesondere Fungizide und Herbizide, ist nur wenig bekannt. Neben einer stärkeren Fokussierung auf diesen Bereich schlagen die Autoren auch vor, die Rolle der Mikrobiota bei der Unterstützung des Überlebens des Wirts gegen Pestizide und die Fähigkeit von Probiotika, die subletalen Wirkungen von Pestiziden zu mildern, weiter zu untersuchen.

Chmiel JA, Daisley BA, Pitek AP, Thompson GJ and Reid G. Understanding the Effects of Sublethal Pesticide Exposure on Honey Bees: A Role for Probiotics as Mediators of Environmental Stress. Front. Ecol. Evol. 8:22 (2020). doi: 10.3389/fevo.2020.00022