Antivirale Chemotherapie: Neue Behandlung für FIV und FeLV

Das Feline Leukämievirus (FeLV) und das Feline Immundefizienz-Virus (FIV) sind die häufigsten Infektionserreger bei Katzen. Diagnostische Tests erkennen nur die Infektion und nicht die klinische Erkrankung, daher sollte die Entscheidung über die Behandlung/Einschläferung niemals allein auf diesen Tests beruhen. Kätzchen, die mit diesen beiden Retroviren infiziert sind, können, symptomatisch gut behandelt, mehrere Jahre und mit hoher Lebensqualität leben.
Das FIV ist ein Lentivirus, das das erworbene Immundefizienzsyndrom verursachen kann, welches Katzen wiederum für andere Infektionen – Stomatitis und Tumore – anfällig machen kann.
Das FeLV ist ein Onkovirus und pathogener als das FIV. Eine progressive FeLV Infektion kann die Katzen für Tumore, Knochenmarkunterdrückung und Immunsuppression anfällig machen.
Die Behandlung beider Viren ist bei klinischen Anzeichen die Grundlage für die Kontrolle von Begleiterkrankungen – zum Beispiel von neurologischen Symptomen und wiederkehrenden Infektionen. Wenn es keine klinischen Anzeichen gibt, sollten diese Katzen nicht behandelt werden. Es ist notwendig, sie in einen Innenbereich ohne Kontakt zu anderen Katzen einzusperren.
Um diese Krankheiten zu kontrollieren, werden Virostatika eingesetzt, die den viralen Replikationszyklus stören und je nach Phase des Zyklus, in dem sie wirksam sind, in mehrere Klassen eingeteilt werden können. Die gängigsten sind Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (RT), die wiederum in drei Klassen eingeteilt sind:
1. Nukleosidanaloga – giftig, da sie nicht nur für Virus- sondern auch für Zellenzyme als Substrat dienen. Bsp.: Zidovudin, Stavudin.
2. Nukleotidanaloga – Wechselwirkung mit der katalytischen Stelle der RT und werden in den DNA-Strang eingebaut. Bsp..: Adefovir und Tenofovir.
3. Nicht-Nukleosid – Wechselwirkung mit der allosterischen Stelle des Enzyms und wird nicht in den DNA-Strang eingebaut. Bsp.: Suramin.
Andere Virostatika: Nukleotidsyntheseinhibitoren, homologe/antagonistische Rezeptoren, Integralhemmer und Interferone.
Die antivirale Chemotherapie benötigt mehr Studien, um ihre Wirksamkeit zu belegen.
Siehe Artikel: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26486979
