Warnmeldung: Alle bekannten Schildkrötenarten haben bereits Mikroplastik aufgenommen

Eine neue Studie, die in der Zeitschrift Global Change Biology veröffentlicht wurde, zeigt, dass Meeresschildkröten vielleicht zu den Arten gehören, die am stärksten von der Wasserverschmutzung betroffen sind. Ein Forscherteam der University of Exeter und des Plymouth Marine Laboratory analysierte in Zusammenarbeit mit den Greenpeace Research Laboratories den Darminhalt von 102 verstorbenen Meeresschildkröten aus allen sieben bekannten Artengruppen aus drei Ozeanen der Welt. Besorgniserregend ist, dass bei allen untersuchten Tieren Mikroplastik im Darm gefunden wurde.
Die Arten von Mikroplastik variierten, aber alle setzten sich aus synthetischen Partikeln zusammen, wie Zigarettenfilterfasern, Kleidung, Seilen, Reifen und Fischernetzen. Wie es scheint, fanden die Forscher mehr als 800 synthetische Partikel in ihrem relativ kleinen Probensatz, aber die Nekropsien analysierten nur bestimmte Teile der Eingeweide der Meeresschildkröten. Deshalb schätzen sie, dass das Vorhandensein synthetischer Partikel bis zu 20-mal höher sein kann als gemutmaßt.
Diese Mikrokunststoffe werden mit Lebensmitteln verwechselt, sodass auch beobachtet wurde, dass kleinere Beutetiere Mikroplastik aufnehmen und an die nächsten Stufen der Nahrungskette weitergeben können. Diese Tatsache ist äußerst beunruhigend, weshalb es dringend geboten ist, die „Gesundheit“ unserer Ozeane und des Planeten zu schützen.
