Hämotrophe Mykoplasmose (Hämoplasmose)

Hierbei handelt es sich um eine Infektion mit Mycoplasma hämocanis und/oder mit Mykoplasma hämatoparvum, bei Hunden. Diese Erreger besitzen Eigenschaften gramnegativer Bakterien, außerdem sind es obligate Parasiten und sie besitzen wie alle Mykoplasmen keine Zellwand.
Mycoplasma hämocanis findet man kettenartig an den Erythrozyten angeheftet, im Gegensatz dazu zeigt sich Mycoplasma hämatoparvum einzeln angeheftet an die Erythrozyten Membran. Übertragen werden die Erreger durch Rhipicephalus sanguineus (die braune Hundezecke). Dabei werden die Erreger von der Zecke sowohl transstadial, sowie transovarial übertragen. Auch eine iatrogene Infektion auf Grund einer Bluttransfusion ist prinzipiell möglich. Durch den Befall der Erythrozyten mit dem Erreger, werden diese zu Sphärozyten und auf Grund dessen schneller von Makrophagen phagozytiert und extravaskulär abgebaut.
Weiterhin kann es durch die Schädigung an der Erythrozytenmembran auch zu einer vermehrten Antikörper Bildung kommen und somit zu einer sekundären Immunhämolyse.
In den meisten Fällen verläuft eine Hämoplasmose, ähnlich wie bei der Katze symptomlos. Jedoch gibt es prädisponierende Faktoren, welche zu einer hämolytischen Anämie führen können. Hierzu zählen eine fehlende Milz, eine Infektion mit (Ehrlichen, Babesien) oder auch Medikamente, die sich immunsupressiv auf den Organismus auswirken.
Da sich Mykoplasmen nicht anzüchten lassen, kann man sie nur in einer aktuen Erkrankungsphase in einem Blutausstrich nachweisen. Auch das PCR Verfahren eignet sich für einen Nachweis, aber es muss natürlich mit einem falsch negativen Ergebnis gerechnet werden.
Therapeutisch kommt es immer auf den Schweregrad der Anämie an. Hat man eine hochgradige Anämie vorliegen, ist eine Transfusion mit Vollblut oder mit Erythrozytenkonzentrat vorzunehmen. Des Weiteren ist eine Therapie mit Doxycyclin indiziert, mit welcher man bei Hunden gute Erfolge erzielt hat.
Über die Prognose kann man keine Aussage treffen, aber es lässt vermuten, dass eine vollständige Elimination des Erregers, ähnlich wie bei der Katze nicht möglich ist.
Niemand, Suter, Kohn, Niemand, Hans Georg, Suter, Peter F, & Kohn, Barbara. (2012). Praktikum der Hundeklinik / Begründet von Hans G. Niemand. Hrsg. von Peter F. Suter … (11., überarb. u. erw. Aufl. ed.). Stuttgart: Enke.
