Wie Säugetiere sich die Welt vorstellen, bevor sie geboren werden

Ein Team unter der Leitung von Michael Crair (Professor of Neuroscience) und William Ziegler III (Professor of Ophthalmology and Visual Sciences), berichtet von Aktivitätswellen, die von der neonatalen Netzhaut von Mäusen ausgehen, bevor sich ihre Augen öffnen.
Diese Aktivität verschwindet kurz nach der Geburt und wird durch ein neues Netz neuronaler Übertragungen visueller Reize an das Gehirn ersetzt, wo die Informationen anschließend kodiert und gespeichert werden.
“Wenn Säugetiere erstmals ihre Augen öffnen, sind sie bereits zu einem recht ausgeklügelten Verhalten fähig”, so Crair.
In der Studie untersuchte Crairs Team die Ursprünge dieser Aktivitätswellen, die schon kurz nach der Geburt nachweisbar sind, noch bevor die Tiere Ihre Augen geöffnet haben. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Netzhautaktivitätswellen in einem Muster verlaufen, die der Aktivität ähnelt, die die Tiere zeigen würden, wenn sie sich bereits in dieser Umgebung aktiv bewegen würden.
“Diese anfängliche, traumähnliche Aktivität ist evolutionär bedingt. Sie ermöglicht es der Maus, zu antizipieren, was sie nach dem Öffnen ihrer Augen erleben wird, und bereitet sie so vor, auf eventuelle Bedrohungen in der Umwelt schnell reagieren zu können”, so Crair.
