Das Analbeutelkarzinom

Da in meinem Bekanntenkreis gerade leider bei einem 7 Jahre alten Cocker-Mischling ein Analbeutelkarzinom diagnostiziert wurde, habe ich beschlossen mich näher mit diesem Tumor auseinanderzusetzen.
Ca. 4-5% der Tumore des Hundes sind Perianaltumore. Hierbei haben wir Adenome der Zircumanaldrüsen oder auch die selteneren Analbeutelkarzinome.
Analbeutelkarzinome kommen am häufigsten bei älteren intakten Rüden vor, aber auch kastrierte Rüden (vor allem spät kastrierte) können ein solches entwickeln. Bei Hündinnen (v.a. kastrierte) sind diese Tumore auch möglich, aber eher selten.
Schäferhunde, Cockerspaniel oder der Dackel sind prädisponiert für Analbeutelkarzinome.
Diese Karzinome gehen häufig mit einer paraneoplastischen Hyperkalzämie einher.
Außerdem wachsen sie sehr invasiv in die sublumbalen Lymphknoten. Die vorher erwähnte Hyperkalzämie ist eines der häufigsten Symptome durch welches ein Analbeutelkarzinom
entdeckt wird. Auch fallen manche Patienten durch Belecken des Analbereiches auf, sowie eine Vorwölbung in der Nähe des dieser Region.
Differentialdiagnostisch muss einem immer der Analbeutelabszess, eine Perinealhernie, eine Anschoppung oder eine benigne Neoplasie Form in den Sinn kommen. Diese Differentialdiagnosen sind vorher auszuschließen. Um die Diagnose einer Hyperkalzämie zu
sichern sollte Blut genommen werden. Außerdem sollte man die bildgebende Diagnostik, wie Sonographie, einsetzen. Darüber kann eine Umfangsvermehrung im Becken und deren Struktur näher diagnostiziert werden kann.
Wie können wir unserem Patienten nun helfen? Bei einem Analbeutelkarzinom ist eine Resektion des Tumors durch einen Spezialisten angezeigt. Natürlich ist der Bereich in dem resiziert werden soll nicht der Einfachste, da es zu Komplikationen mit dem Analsphinkter kommen kann und im schlimmsten Fall zur Inkontinenz nach der OP. Des Weiteren kann mit den Besitzern eine Bestrahlungs- oder Chemotherapie besprochen werden.
Eine Prognose ist vorsichtig zu stellen. Auch bei sehr gut resizierbaren Tumoren kann nach bis zu 2 Jahren ein Rezidiv auftreten. Im schlimmsten Fall treten schwer zu kontrollierende Metastasen im Umgebungsgebiet auf.
