Atypische Myopathie der Weidepferde

Zurzeit richtet sich die ganze Aufmerksamkeit der Welt auf das Corona Virus. Nichtsdestotrotz sind Tierärzte systemrelevant und es gibt Probleme, die unsere Patienten mit der Ankunft des Frühlings ausbilden.
So auch die Atypische Myopathie bei Weidepferden. Sie wird hauptsächlich im Herbst, Winter und Frühling bei Pferden beobachtet, die 24 h auf der Weide stehen.
Die Pferde werden uns mit Symptomen ähnlich der belastungsinduzierten Myopathie vorgestellt. Sie zeigen milde bis mittelschwere Koliksymptome, die Kruppen – sowie die Hinterhandmuskulatur ist versteift und schmerzhaft. Des Weiteren kann sich ein kaffeebrauner Harn zeigen, ähnlich wie beim Kreuzverschlag. Natürlich sind die Symptome immer in Abhängigkeit mit der Schwere der Krankheit zu sehen.
Ausgelöst wird die atypische Weidemyopathie durch die Samen der Ahorngewächse. Diese enthalten das Toxin Hypoglycin A, wodurch es zu einem Acyl-CoA- Dehyrogenase-Mangel führen. Diese ist zuständig für die Energiegewinnung in der beta-Oxidation. Nachgewiesen werden kann Methylenecyclopropylacetosäure, welche ein Metabolit des Hypoglycin A ist, im Serum und Harn der betroffenen Pferde.
Helfen können wir unseren Patienten, indem wir sie auf Stallen und von langen Transporten abraten. Die Pferde müssen infundiert werden bis den Urin wieder strohgelb ist. Außerdem ist Flunixin-Meglumin zur schmerztherapeutischen Abdeckung zu empfehlen. Außerdem kann Vitamin C als Sauerstoffradikalfänger eingesetzt werden.
Prognostisch gilt es zu beachten, dass Pferde mit einer CK Aktivität mit 280 000U/l eine sehr schlechte Prognose haben.
Dem Besitzer ist anzuraten, seine Pferde in den prädisponierten Jahreszeiten gut mit Wasser und Heu zu versorgen.
