Wenn der Wurm im Herz sitzt (Dirofilariose)

Wenn der Wurm im Herz sitzt (Dirofilariose)

 

 

Die Dirofilariose wird nördlich der Alpen selten diagnostiziert, da sie hier nicht endemisch ist. Meistens bringen Hunde die Parasiten von Auslandsaufenthalten mit. Vom Infektionszeitpunkt bis zum Erscheinen der Würmer und die daraus resultierenden Symptome vergehen ca. 6 Monate. Durch die Würmer kommt es zu einer Arteriitis der Pulmonalarterien. Außerdem kann eine spontane Abschwemmung der Würmer Thrombembolien nach sich ziehen. Das Risiko von Thrombembolien besteht auch bei einer Behandlung der Dirofilariose.

Die Patienten werden meistens mit einem Leistungsabfall, sowie Husten während höherer Belastung vorgestellt. Bei fortgeschrittener Dirofilariose zeigen die Tiere in Ruhe Dyspnoe, außerdem kann eine Aszites auf Grund einer Rechtsherzinsuffizienz festgestellt werden.
Leider ist die röntgenologische Diagnose im Frühstadium meist nicht aussagekräftig. Im chronischen oder schweren Fall sieht man aber häufig Lungenarterien, welche plötzlich enden, ohne sich vorher zu verjüngen. Gerne auch periphere alveoläre Verschattungen im caudalen Lungenlappen.
Sollte ein Verdacht vorliegen kann man die Mikrofilarien entweder mikroskopisch im Blut nachweisen, hier sollte man aber beachten, das Dirofilaria immitis nur schwer von anderen Dirofilarien Arten zu unterscheiden ist. Außerdem kann ein Antigennachweis (ELISA) vorgenommen werden. Wird eine Laboruntersuchung dem Patientenbesitzer geraten, sollte man ihn auch auf die Untersuchung anderer Reisekrankheiten hinweisen, da sich der Hund die Dirofilarien sehr wahrscheinlich im Ausland zugezogen hat.
Bevor eine Behandlung auf Dirofilarien gestartet wird, sollte der Test, wenn möglich noch einmal wiederholt werden, um ein falsch positives Ergebnis auszuschließen. In der Behandlung verwendet man Melarsomin, jedoch richtet sich die Art der Behandlung nach der schwere der Erkrankung.
So wird Doxycylin zusätzlich für 10 Tage gegeben, um gegen evtl. Bakterien wie Wolbachia vorzugehen. Prednisolon 2-3 Tage vor der Gabe von Melarsomin, sowie bis 1 Woche danach, um das Risiko einer Vaskulitits zu vermindern.
Das Melarsomin wird tief in die Lumbarmuskulatur injiziert.
Des Weiteren wird Aspirin niedrig dosiert zur Blutverdünnung verabreicht.
Für das Tier gilt strenge Boxenruhe über 4 Wochen und es sollte alles vermieden werden, was den Patienten in irgendeiner Weise in starken Stress versetzt.

 

Quelle:
Niemand, Suter, Kohn, Niemand, Hans Georg, Suter, Peter F, & Kohn, Barbara. (2012). Praktikum der Hundeklinik / Begründet von Hans G. Niemand. Hrsg. von Peter F. Suter … (11., überarb. u. erw. Aufl. ed.). Stuttgart: Enke.