Antimikrobielles Blut

Gestern Abend sah ich im Fernsehen eine Doku über Krokodile. Diese fraßen ein Nilpferd, welches von anderen Fleischfressern nicht angerührt wurde. Dabei wurde erzählt, dass dieses Nilpferd an Milzbrand (Erreger: Bacillus anthracis) erkrankt ist, welches ein Todesurteil für alle anderen Fleischfresser dargestellt hätte. Da sich immer mehr Krokodile zusammengefunden haben, um das Nilpferd zu fressen, stellte sich mir die Frage, wie das denn möglich sei.
Krokodile besitzen, neben der Fähigkeit ihren Stoffwechsel zu regulieren, auch antimikrobielle Proteine im Blut. Das sind kationische Peptide. Mit diesen besitzen sie sogar die Fähigkeit sich gegen Krankheitserreger zur Wehr zu setzen, mit denen Ihr Immunsystem noch nie in Kontakt gekommen ist.
Aber wie funktionieren solche Peptide?
Durch das Andocken dieser Peptide kommt es zu einer Erhöhung der Permeabilität der Zellmembran. Außerdem gibt es nur eine geringe Stimulation der bakteriellen Resistenzentwicklung. Seit 2010 forscht man daran, aber der Informationsfluss ist noch unzureichend. Es sieht aber so aus, als wären solche antimikrobiellen Proteine eine Möglichkeit, um den Gebrauch von Antibiotika zu minimieren.
Wer gerne mehr über die genaue biochemische Kaskade erfahren möchte, kann sich gerne die in meinen Quellen aufgeführte Dissertation durchlesen, welche meines Erachtens, das sehr gut erklärt.
Quelle:
Bagheri, Mojtaba. Cationic Antimicrobial Peptides : Thermodynamic Characterization of Peptide-lipid Interactions and Biological Efficacy of Surface-tethered Peptides (2010): 1 Online-Ressource ([5], V, 121 S.) : ; Graph. Darst. Web.
