Der Weihnachtsbaum und die Katze, die Gefahr von Lametta

Der Weihnachtsbaum und die Katze, die Gefahr von Lametta

 

 

Es ist wieder Weihnachtszeit und die Leute schmücken gerne Ihre Wohnung. Wie gefährlich das aber werden kann für Ihre tierischen Mitbewohner ist vielen nicht immer bewusst. Dabei ist die Aufnahme eines Fremdkörpers eine der häufigsten Probleme.
Gerne fressen die Tiere zum Beispiel Lametta. Da im neuen Lametta meist kein Blei mehr enthalten ist, reduzieren sich die Fälle zunehmend, jedoch gibt es immer mal wieder Katzen, die bleienthaltenes Lametta aufnehmen und in der Klinik vorstellig werden.

Die minimale letale Dosis für die Bleiaufnahme liegt bei 300 mg/kg. Hierbei gilt jedoch zu beachten, dass Jungtiere empfindlicher auf Bleiaufnahmen reagieren als Adulte.

Als Symptome zeigen sich: Unruhe, Hyperästhesie, Erbrechen zum Teil blutig, Sehstörungen bis hin zur Erblindung. Außerdem kann man bei Tieren mit Bleivergiftung eine hypochrome normozytäre Anämie feststellen. Noch dazu kann es bei Muttertieren mit chronischer Blei Aufnahme zu Aborten kommen und zur Weitergabe des Bleis über die Milch. Hierbei gilt zu beachten, dass die intestinale Bioverfügbarkeit von Blei durch die Milch erhöht wird.

Kommt nun ein solcher Patient in die Praxis oder Klinik, ist das Problem hoffentlich schon durch die Anamnese schnell identifiziert, da die Besitzer häufig ihr Tier gesehen haben, wie es das Lametta zerkaut. Sollte dies nicht der Fall sein, kann auf jeden Fall ein Röntgenbild gemacht werden, durch den Bleigehalt des Lamettas ist es relativ strahlendicht und kann gut identifiziert werden.
Sollte die Katze immer Mal wieder von dem Lametta gefressen haben, handelt es sich um eine chronische Vergiftung und wir können schon Veränderungen in Form eines niedrigen Hämoglobingehaltes, einer hypochromen normozytären Anämie und einer basophilen Tüpfelung der Erythrozyten sehen.

Nun müssen wir den Patienten stabilisieren, über Infusion und über die Kontrolle der Krämpfe durch Diazepam.
Danach sollten wir uns Gedanken machen, wie wir das Blei wieder aus dem Organismus bekommen.
Zu erst müssen die großen Bleiquellen, wie das Lametta im Magen-Darm-Trakt, chirurgisch entfernt werden. Des Weiteren können wir dem Patienten Glaubersalze eingeben, welche zu einer Ausfällung von Blei als Sulfate dient, hier durch kann das Blei nicht weiter aufgenommen werden. Außerdem beschleunigen sie die Darmpassage.

Danach geben wir CaNa²EDTA, dieser Chelatbildner bildet Komplexe mit dem Blei und sorgt so für eine gute Ausscheidung. Hier für muss eine gute Nierenperfusion gegeben sein. CaNa²EDTA wird mit 25mg/kg bis zu 4x tgl gegeben. Es gilt aber zu beachten nicht länger als maximal 5 Tage und auch nicht mehr als 0,5 g/kg/Tier.